Informationsstele – Erweiterung des Touristischen Informationssystems Berlin

Nichtoffener Planungswettbewerb 12/2017

Im August 2017 lobte die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen einen Wettbewerb aus, zu dem 19 Teilnehmer zugelassen wurden. Unser Konzept erweiterte die Vorgaben der Auslobung der drei abgefragten Varianten von Stelen um die dreidimensionale Komponente mit folgenden zehn Grundgedanken:

  1. Das Leitsystem ist ein weithin sichtbares Zeichen in Anlehnung an Triangulationspunkte, wie sie beispielsweise in der Schweiz auf markanten Punkten stehen.

2. Das Leitsystem besteht aus drei Ansichtsseiten:
a) Umgebungskarte, Maßstab ~1:1000,
b) Übersichtskarte, Maßstab ~1:6000 und S- und U-Bahnnetzplan,
c) lieu de mémoire (Erinnerungsbilder von der unmittelbaren Nähe des Standpunkts aus unterschiedlichen Epochen)

3. Die Position im Stadtraum wird möglichst so gewählt, dass die Karten genordet sind, um so den Sehgewohnheiten zu entsprechen und Betrachtenden zu helfen, in die richtige Richtung zu blicken.

4. Die Karten zeigen die wichtigsten Gebäude in einer dreidimensionalen Illustration. Die Gehwegflächen werden hervorgehoben, sodass ein Kartenbild mit Schwerpunkt auf Fußgängerinnen und Fußgänger bereit gestellt wird.

5. Jede Stele sollte über eine elektronische Komponente für Smartphones verfügen.

6. Die beiden Flächen für die Karten sind geneigt, um Reflexionen zu minimieren und um sich Kindern und Rollstuhlfahrenden besser zuzuwenden.

7. Rollstuhlfahrende können die Stele unterfahren.

8. Es gibt ›rechte‹ und ›linke‹ Stelen, um den Vorteil der Dreiseitigkeit voll ausschöpfen zu können.

9. Das flache Volumen ermöglicht eine einfach wirksame Beleuchtung von innen. Karten und Bilder sind so ausgestattet, dass sie gleichermaßen sowohl tagsüber ohne als auch abends mit Hinterleuchtung gut zu erkennen sind.

10. Der Entwurf erlaubt es, die Display-Stelen gleich auszubilden wie die breiten oder schmalen Standard-Stelen.

Entwurf: Jürg Steiner, Annabelle Schuster, Victor Martinez Galipienzo

Karten, grafische Beratung: Typoly Visuelle Systeme, Berlin, Theres Weishappel, Inken Greiser

Mediales Konzept: Shoutr Labs, Berlin, Ronald Liebermann, Oliver Schmidt

Mit Dank an Dr. Ulrich Giersch und Gerd Gauglitz