Gelehrtenzimmer, Torhaus Zeitz

Ausstellung ›Dialog der Konfessionen – Bischof Julius Pflug und die Reformation‹ 04/2017

Die Vereinigten Domstifter zu Merseburg und Naumburg und des Kollegiatstifts Zeitz veranstalten im Jahr 2017 die Ausstellung ›Dialog der Konfessionen – Bischof Julius Pflug und die Reformation‹ im Ensemble des Schlosses Moritzburg in Zeitz. Für diese Ausstellung soll in Raum 3.25 im 2. Obergeschoss des Torhauses das Arbeitszimmer Bischof Julius Pflugs im Duktus der frühen Renaissance nachempfunden werden.
Das Arbeitszimmer für Julius Pflug steht im großen, fensterlosen Mittelraum des zweiten Obergeschosses im Torhaus – durch den die Glocken einst nach oben gezogen wurden. Er diente bis dato nur als Verkehrsweg zwischen Vorraum und den umliegenden Sammlungsräumen. Diese Grundvoraussetzungen ließen die Idee entstehen, einen Raum im Raum zu schaffen. Das Publikum kann den 30 Quadratmeter großen Innenraum allseitig umgehen und durch Fenster von allen vier Seiten gleichsam aus dem Außenraum den Bischof in seiner Arbeits- und Sammlungsatmosphäre verfolgen. An einem Tisch mit einer Platte aus Wechselburger Garbenschiefer sitzt die lebensechte Nachschöpfung des Bischofs. Während in den Ecken Artefakte aus der Zeit Pflugs gleichsam in Vitrinen von außen ganz nah zu betrachten sind, vereinen sich beim offenen Einblick durch die Fenster Bischof Julius Pflug, seine Arbeits- und Sammlungsobjekte, Architektur und Licht zu einer integralen Lebenswelt.

Geschaffen wurde ein geschlossener – also für das Publikum nicht zugänglicher – Raum innerhalb des zentralen Verteilerraums im Torhaus. Der Verteilerraum ist so groß, dass das innere Arbeitszimmer umgangen werden und von vier Seiten eingesehen werden kann. Integrierte Fenster in den jeweiligen Wandmitten und ›Schaufenster‹ in den Ecken gewähren dabei den Blick ins Innere.

Das Arbeitszimmer misst an seinen Außenseiten 5000 x 6000 mm und ist insgesamt 4500 mm hoch. Es befindet sich freistehend in der Mitte des Raumes mit einem Mindestabstand von 1500 mm zu den umliegenden Wänden. Es besteht aus vier Seitenwänden mit einer Höhe von je 3000 mm. Die nördliche und die südliche Wand sind 6000 mm breit, die Ost- und Westwand haben eine Breite von 5000 mm. In allen vier Wänden sind mittig schmale Butzenfenster mit Butzenverglasung und Rahmen integriert. Die Leibungen der Fenster sind 660 mm breit, die beiden unteren Flügel der Butzenfenster sind höchstens 1040 mm hoch, die Oberlichter haben eine Rohbauhöhe von 660 mm. Alle Fenster öffnen nach innen. Die Brüstungshöhe liegt bei drei Fenstern bei 900 mm, an der Westwand beträgt die Brüstungshöhe 1130 mm. In allen Ecken der Wände befinden sich Ausklinkungen für ›Schaufenster‹. Die Ausklinkungen der Wände sind mit umlaufenden Glasleisten innerhalb der Leibung zu versehen, mit denen Sicherheitsgläser in einer Stärke von 8 mm aus Weißglas befestigt werden. Der Glasstoß über 90° an den Ecken ist mit geeignetem Kleber versiegelt. Die Brüstungshöhen der ›Schaufenster‹ wurde auf +800 mm festgelegt, die Glashöhe beträgt 1600 mm. Eine verschließbare Zugänglichkeit in einer Ecke ermöglicht den Zugang für Befugte. Das Dach besteht aus einer umlaufenden Dachvoute mit viertelkreisförmigen Profil, r = 1500 mm. Die Innenseite ist holzsichtig, in jeder Dachseite ist ein Spitzbogenfenster mit Abmessungen von 750/550 mm angeordnet. Die Mitte des Daches (2000/3000 mm) bleibt offen und wird mit einem hinterleuchteten Textilbild bespannt.

170303 Julius-Pflug-Zimmer A3