Wettbewerb zur Neugestaltung der »Historischen Ausstellung Krupp« und der Ausstellung zur Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung

Villa Hügel, Wettbewerb – 1. Platz 05/2004

Die Grundzüge der Ausstellungsgestaltung sind in einem dualen Prinzip zu erkennen: Das Exponat Nummer 1, das ehemalige Logierhaus, eröffnet sich dem Publikum als Grundton, während sich die Ausstellung nach unserem Prinzip integriert:

›Ausstellungsgestaltung ist die Synchronisation zwischen Thema, Objekten und Raum‹. In der Ausstellung sind Präsentationsmöbel und Beleuchtung gleichsam als Teile einer großbürgerlichen Innenausstattung wahrzunehmen, die dabei den Exponaten gegenüber dienende Funktion übernehmen. Durch den Rückbau der bisherigen Ausstellungen und die vorgefundene Substanz der Innenräume des Logierhauses stellt sich die Frage nach der zukünftigen Behandlung des Gebäudes und der vermittelnden Gestaltung von Ausstellung und Gebäude. Die beeindruckenden, fragmentarischen, aber in Vielzahl vorhandenen Zeugnisse der Räumlichkeiten des Logierhauses fordern eine Platzierung der historischen Umgebung als Dokument der Geschichte der Familie Krupp. Die Wiederherstellung eines repräsentativen, gediegenen Neuen unter Zugrundelegung der vorhandenen Substanz, sowie die Interpretation des nicht mehr Vorhandenen fließt dabei in die Ausstellungsgestaltung ein. Ausstellung und Räumlichkeiten werden eins.

Um die Authentizität der Räume gestalterisch zur wahren, werden Sie als möblierte Räume verstanden. Die Auffassung des möblierten Raumes verbindet sich somit auch mit dem Gefühl eines immer noch nutzbaren Logierhauses. Möbel wie Tische, Stühle, Sofas, aber auch gerahmte Bilder und Fotografien ergänzen den Raum und sind Bestandteil des Raumkonzeptes. Das Publikum erhält somit die Möglichkeit, ein Wohnhaus zu besichtigen: Die Familie und die Firma bewohnen das Haus nicht mehr, durch ihren Nachlass in Form von Dokumenten, Fotografien und Objekten sind sie jedoch präsent. Die mit Hussen bezogenen Möbel der ersten Zimmer vermitteln den erinnerungsreichen Zustand zwischen An- und Abwesenheit.

 

Auftraggeber
Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung

Entwurf
Prof. Jürg Steiner Architekt BDA

Mitarbeit
Dipl.-Ing. Martin Schoch, Dipl.-Ing. Anja Kahle, Stefan Buchner

Externe Mitwirkende

Wissenschaftliche Beratung
Dr. Ulrich Hermanns (Münster)

Tageslichtbeurteilung
Prof. Dr.-Ing. Helmut F. O. Müller (Dortmund)

Klimatechnische Beratung
e2 – Energieberatung GmbH
Dr.-Ing. Hans Jürgen Schmitz

Medienkonzeption
235 Media (Köln)
Axel Wirths

Für vielfältige Unterstützung und Hinweise danken wir herzlich den Mitarbeitern des Historischen Archivs Krupp:
Herrn Priv.doz. Dr. Ralf Stremmel
Herrn Dipl.-Volkswirt Herwig Müther
Herrn Dr. Heinfried Vo ß
Herrn Mark Stagge M.A.