Shakespeare’s Memory

Schaubühne am Halleschen Ufer in den CCC-Filmstudios, Berlin-Spandau 03/1976

Unter der Regie von Peter Stein veranstaltete das experimentierfreudige Theater eine Reihe von Shakespeare-Stücken in den CCC-Filmstudios, bekannt durch die Edgar Wallace-Filme. Das erste Stück war eine Einführung in die Welt der (englischen) Renaissance.  Das erste Foto zeigt eine Szene, die das zeitliche Zusammentreffen damaliger Entdeckungen in einem Bühnenbild von Karl-Ernst Herrmann vergegenwärtigte. Dafür wurde ein Schiffsrumpf auf Rollen in die richtige Position unter das Spielgerüst gebracht. Jürg Steiner konstruierte ihn nach Plänen historischer Schiffe. Die theatermäßig als »Rohre aus Sperrholz« hergestellten Spanten waren wegen ihrer wechselnden Querschnittsflächen eine besondere Herausforderung. Im zweiten Bild verfolgt das Publikum dem Spiel von Wolf Redl.

Das dritte Bild zeigt Objekte, die Jürg Steiner nach Entwürfen des Szenografen Karl-Ernst Herrmann entwickelte: das Weltallmodell, das mobile Planetarium und das »Leonardo-Theater« im Vordergrund, eine mechanische Konstruktionen aus zwei Halbzylindern, die geöffnet und wieder geschlossen werden konnte. Der Schauspieler Gerd David öffnete die Kugel des Weltallmodells und erklärte die drehbaren, ringförmigen Planetenbahnen. Die Planetariumshülle hing wie ein Lampion zusammengefaltet unter der Decke, sie wurde abgelassen und zur Halbkugel geöffnet und Christine Österlein erklärte den Himmel. Im simultanen Spiel suchte sich das Publikum den bevorzugten Standort.
Fotos: Ruth Walz