Preußen – Versuch einer Bilanz

Martin-Gropius-Bau, Berlin-Kreuzberg 08/1981

Für die erste große Ausstellung nach Wiederherstellung des im Krieg stark beschädigten Gebäudes wurde der ›Theatermann‹ Jürg Steiner von der Veranstalterin, der Berliner Festspiele GmbH, mit der Produktionsleitung betraut. Er verantwortete auch die Lichtinszenierung. Generalsekretär dieser Ausstellung neuen Typs war Gottfried Korff, der zum Freund und Mentor bei noch so vielen Projekten werden sollte. Inszenierte Räume bestimmten das Bild. Den Lichthof inszenierte Karl-Ernst Herrmann im Stil der grossen Weltausstellungen des 19. Jahrhunderts. Für die Transporte wurde eigens ein Kran konstruiert, der sich so gut in diesen Ausstellungsraum einfügte, dass er Bestandteil der Präsentation eines Kanonenrohrs im Kettenzug wurde. Die umliegenden Räume gestaltete Jan Fiebelkorn.
Im Prozess galt es, die Kenntnisse aus dem Theater ins Ausstellungswesen einzubringen und gleichzeitig so viel wie möglich von den Museumsleuten zu lernen. Zwei seien genannt: Dr. Christian Theuerkauff von der Skulpturensammlung und der Leiter des Technischen Diensts der Staatlichen Museen, Günter S. Hilbert. Der Zeitpunkt für einen Paradigmenwechsel war günstig, denn Ausstellung wurden seitdem nicht mehr nur gehängt und gestellt, sondern inszeniert; und flugs erfand Jürg Steiner eine neue Profession: die Museumstechnik.

Fotos: Margret Nissen