Mythen der Neuen Welt – Kunst- und Raritätenkammer

Martin-Gropius-Bau, Berlin-Kreuzberg 08/1982

Für die Ausstellung Mythen der Neuen Welt wurde eine Kunst- und Wunderkammer in errichtet und mit entsprechenden Objekten ausgestattet. Die von Ole Worm im 17. Jahrhundert in Kopenhagen eingerichtete Kammer war wegen ihrer systematischen Ordnung berühmt. Ein zeitgenössischer Stich war unsere Richtschnur. Mineralien, Ethnografika, Pflanzenreste und Tierpräparate waren säuberlich vom Kleinkunstgewerbe getrennt. Der nach dem Stich erstellte Nachbau – eine zweischalige Konstruktion aus Tischlerplatte – stand in der Nordrotunde des Ausstellungshauses. Die mattierten Fenster erzeugten einen Beleuchtungseffekt, der so natürlich wirkte, als herrschte Tageslicht. Das Licht gelangte ausschließlich über die beiden Fenster links in den Raum. Die Gestaltung verantworteten Jürg Steiner und Stephan Andreae, der es schaffte, alle Objekte zu orten und auszuleihen.

Foto: Margret Nissen