Dian – Ein versunkenes Königreich in China

Museum für Ostasiatische Kunst Berlin, SMPK 03/1987

Der Direktor des Museums für Ostasiatische Kunst der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Willibald Veit, entschied sich aufgrund eines beschränkten Wettbewerbs für den abgebildeten Entwurf von Jürg Steiner. Alle in der Ausstellung ausgestellten archäologischen Objekte stammen aus Kunming in Südchina von einem wohl nichtchinesischen, ausgestorbenen Volk. Es handelte sich vornehmlich um Kult- und Gebrauchsgegenstände aus oxydierter, dadurch stark grünlich verfärbter Bronze. Die Sonderausstellungshalle des Dahlemer Museums erhielt eine Binnenstruktur, bei der mit orangerot gefärbten Tischlerplattenstreifen eine Raumteilung aus vornehmlich sehr flachen Vitrinen und Glastafeln als Textträger gebildet wurde. Das verbindende Deckenraster nahm die ausrichtbaren Halogenleuchten auf. Die Halle selbst blieb unangetastet. Sie wurde gewissermassen ausgeblendet. Technisch ist eine überaus einfache Konstruktion gewählt worden. Man fälzte die Tischlerplattenstreifen der Flachvitrinen, legte die Glasplatten vorn und hinten ein und fixierte diese mit Glasleisten aus schwarz eingefärbtem Holz. Die Glasplatten der quadratischen Einzelobjektvitrinen erhielten auf der Einlegebodenhöhe Bohrungen, sodass die Tablare einfach befestigt werden konnten. Wenige Grossobjekte standen auf Sockeln in der Farbe des Holzes. Die Ausstellung war preiswert und neuartig; sie fand viele Freunde bei Museumsfachleuten – nicht zuletzt wegen des behutsamen Umgangs mit der Halle.

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