Haus der Wannsee-Konferenz – Musterraum

Berlin-Zehlendorf 02/1990

Am 20. Januar 1942 fand in der Villa die Wannsee-Konferenz statt, bei der der Massenmord an den europäischen Juden koordiniert wurde. Seit dem 20. Januar 1992 ist das davor als Landschulheim genutzte Haus eine Gedenkstätte, deren Gründungsdirektor Gerhard Schoenberner war und Dietrich von Beulwitz den Umbau besorgte. Als Ausstellungsarchitekt entwickelte Jürg Steiner auf der Grundlage von Funden ein Farbkonzept und stellte mit seiner Innenraumrekonstruktion einen stilisierten Zustand von 1942 her. Nach einem ersten Entwurf für Ausstellungsträger entstand dieses – auch vor den Fenstern – umlaufende System. Ein Raum wurde inhaltlich und gestalterisch zwei Jahre vor Eröffnung fertiggestellt – mit einem gestalterischen Konzept, das im umfangreichen Beratergremium nicht unumstritten war. Horizontal umlaufende Stahlprofile bildeten ein Gerüst, das mit unterschiedlichen Formaten bestückt werden konnte. Als Thema wurde die Vernichtung des Warschauer Ghettos gewählt, das aufgrund des berüchtigten Stroop-Berichts beeindruckend dokumentiert ist. In der Folge wurde das Ausstellungs-Konzept nachhaltig verändert.