Dreiecksträger – Wasserkaskade

System 180 in der Heerstrasse 97, Berlin-Westend 08/2018

Der Dreiecksträger, mit dem im Dezember 2015 ein Flügel ins erste Obergeschoss gehoben werden konnte, steht seit 2017 an der nordöstlichen Ecke der Doppelhaushälfte (letztes Bild). Für den Pylon in der Form eines Prismas wurden 10 dreieckige Behälter aus Edelstahl, s = 2 mm, gefertigt. Die Bleche wurden abgekantet und die vertikalen Stöße wasserdicht verschweißt. Die Behälter sollten im Grundriss so groß wie möglich sein, deswegen mussten sie zur Montage von ganz oben Stück für Stück in das Prisma eingeführt werden. Auf jeder Ebene halten drei u-förmige Knaggen die Behälter in der Lage. Die Knaggen haben auf jedem Flansch muldenförmige Ausschnitte, damit sie in ihrer Lage definiert aufliegen. 

In die Behälter wurden vor Ort Rohre zur Wasserableitung eingeklebt. Die Bohrungen für die Rohre wurden nicht ganz in der Mitte angeordnet, sodass beim Heruntertropfen nur ein Teil des Wassers direkt eine Etage tiefer fällt. Die Regenrinne des Hauses wurde umgeschwenkt und läuft direkt in die Wasserkaskade ab.

In die Ecken der einzelnen Behälter sollen nach Erprobung immergrüne Sumpfpflanzen eingesetzt werden, vorzugsweise Teich-Schachtelhalm (Equisetum fluviatile).

Nach monatelanger Trockenheit regnete es am Abend des 30. August 2018 endlich ein bisschen. Auf dem zweitletzten Foto ist unter dem obersten Behälter das feine Rinnsal zu erkennen. Am Tag danach waren zweieinviertel Behälter gefüllt (letztes Bild).

Entwurf: Jürg Steiner, mit Colin Steiner
Herstellung: System 180: Andreas Stadler, Alexander Prickel, Alexander Haiger
Montage Träger: Colin Steiner, Axel Ziegler
Montage Behälter: Abakus Dachdeckerei GmbH
alle Berlin

Dreiecksträger – Wasserkaskade

Oder wie dichtete der Vorfahr Jürg Steiners mütterlicherseits, Conrad Ferdinand Meyer (1825–1898):
›Aufsteigt der Strahl und fallend gießt
Er voll der Marmorschale Rund,
Die, sich verschleiernd, überfließt
In einer zweiten Schale Grund;
Die zweite gibt, sie wird zu reich,
Der dritten wallend ihre Flut,
Und jede nimmt und gibt zugleich
Und strömt und ruht.‹
https://www.deutschelyrik.de/index.php/der-roemische-brunnen.423.html, 15.09.18